Das Großprojekt „Symphoniæ sacræ transalpinæ“ der Abteilung Alte Musik findet im April und Mai statt und umfasst Konzerte mit historischen Orgeln aus dem 16. Jahrhundert in Norddeutschland und Norditalien. Der Titel bezieht sich auf die zahlreichen musikalischen Veröffentlichungen des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts mit dem Titel „Symphoniæ sacræ“ (geistliche Symphonien, d. h. Vokal- oder Instrumentalstücke für den kirchlichen Gebrauch) in Italien und Deutschland.
Ziel des Projekts ist es, den transalpinen Kulturaustausch zwischen Italien und Deutschland im Frühbarock zu erforschen und die Auswirkungen auf die Aufführungspraxis zu untersuchen, also der Aufführung italienischer Musik im Kontext norddeutscher Orgeln und Kirchenakustik sowie deutscher Musik im Kontext italienischer Orgeln und Aufführungsräume.
„Symphoniæ sacræ transalpinæ“ findet in zwei intensiven Phasen vom 25. bis 27. April in Deutschland und vom 22. bis 27. Mai in Italien statt, mit einigen zusätzlichen Proben im April und Mai an der HfK Bremen. Es gibt vier öffentliche Konzerte mit mindestens 15 Studierenden und drei Lehrkräften. Auf dem Programm steht Musik von Giovanni Gabrieli und Heinrich Schütz sowie ihren Zeitgenossen von beiden Seiten der Alpen, von kleinen Kammermusiken bis hin zu großen mehrchörigen Werken. Teilnehmer:innen sind Mitglieder des Barockposaunen- und Zink-Consorts (Klassen von Maximilien Brisson und Josué Meléndez Peláez) sowie Studierende der Professoren Benno Schachter (Gesang) und Krzysztof Urbaniak (Orgel).
Das erste Konzert findet am 26. April 2025, 19:30 Uhr, im Konzertsaal des Fachbereichs Musik an der Dechanatstraße 13-15 statt. Das gleiche Programm wird am 27. April 2025, 17 Uhr, in der St.-Nicolai-Kirche in Borstel aufgeführt. Dort kann eine Orgel aus dem 16. Jahrhundert genutzt werden, die 1677 von Arp Schnitger repariert und erweitert wurde. Am 24. Mai 2025 konzertieren die „Symphoniæ sacræ transalpinæ“-Musiker:innen in der Basilica Palatina di Santa Barbara in Mantua, die über eine Orgel von Graziadio Antegnati aus dem Jahr 1565 verfügt, und schließlich am 26. Mai 2025 in der Salla Maffeiana, dem Konzertsaal der Accademia Filarmonica di Verona aus dem frühen 17. Jahrhundert. Dort wird auch zu einer privaten Führung geladen durch die bedeutende Sammlung von Instrumenten (darunter mehrere Zinken und Posaunen aus dem 16. Jahrhundert) sowie alten Musikdrucken und Manuskripten.